Posts mit Tag ‘Atheismus’

Katholische Fremdwörter Nr. 16: Der Gottesname

Freitag, Oktober 28th, 2011
Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.

Ich habe mich oft gefragt, was ich wohl wäre, wenn mein Leben keinen Christen aus mir gemacht hätte. Meine Eltern hätten mich irgendwie neutral groß gezogen und wahrscheinlich ebenso anständig und ehrenhaft, wie sie es als anständige und ehrenhafte Christen getan haben.
Damit hätte mein Problem auch schon begonnen.

Ehrenhaftigkeit kann viel heißen, auf jeden Fall bedeutet sie aber immer eins: Dankbarkeit für das Gute im Leben.
Wenn jemand ganz gleich welchem Onkel aus meiner Familie eine Handvoll Gold in die Hand gedrückt hätte, er hätte es fallen lassen. Er wäre losgerannt, den Geber zu finden, um sich bedanken zu können.

Auf das eigentliche Problem aber, auf das ich kommen möchte, hat mich der heilige Thomas gebracht, als er sagte, der logisch erste Dank gebühre immer dem Schöpfer.

Wenn ich kein Christ wäre, hätte ich wohl immer einen Menschen gefunden, bei dem ich für das Gold hätte danken können. Einer muss ja schließlich der Geber sein. Ich hätte aber nie eine Adresse gehabt, bei der ich für die viel tiefere Gabe hätte Dank sagen können; nämlich dafür dass es überhaupt so etwas wie Gold gibt.

Ich habe mich als Kind bei den Freunden meiner Eltern für meine Schildkröte bedankt. Aber wem hätte ich ein Loblied für die viel größere Gabe singen können, nämlich, dass wir Tiere auf der Erde haben?

Ich konnte mich bei meiner Tante für eine Torte bedanken. Viel wichtiger als die Tante war uns aber immer, dass man den Schöpfer kannte. Der war nämlich die Adresse, bei dem man dafür danken konnte, dass er uns überhaupt so etwas wie Kuchen geschenkt hatte. Der heilige Thomas hat Recht, dem Schöpfer gebührte immer der tiefere Dank, und wenn ich nicht unter den Christen gelandet wäre, hätte ich mir vielleicht – wegen der Ehre – etwas anderes gesucht.

Vielleicht wäre ich zu den Indianerstämmen übergelaufen, um mich mit einer Pfeife in ihre Zelte aufnehmen zu lassen. Die hatten begriffen. Sie nannten die Natur eine Mutter, der sie für die Tiere danken konnten, auch dann, wenn sie sie aßen.

Wenn ich jetzt über diese Dinge nachdenke und versuche mich in die Lebenswelt der Menschen ohne Gott zu denken, dann gehe ich davon aus, dass es bei ihnen nicht weniger ehrenwert zugeht, als bei allen anderen auch. Ich werde das Gefühl aber nicht los, als müsse da ein geradezu natürlicher Wunsch unbefriedigt bleiben; der Wunsch, danken zu wollen.

Von den Kritikern aus ihren Reihen kann man hören, wir hätten uns eine Gottheit ausgedacht, eben um danken zu können. Lieber einem Gott Danke sagen, den es nicht gibt, als keinem. Wir seien, heißt es, wahrscheinlich zu schwach, auszuhalten, dass unsere Gläser leer sind und niemand nachschenkt. Wir würden uns aus Schwäche volle auf die Theke malen.
Schließlich glauben wir von den Indianern ja auch, dass sie das so gemacht haben: Wir glauben, dass die Erde keine Mutter ist, sondern nur eine Erde, und wir glauben, dass die Indianer sie aus dem gleichen Grund zur Gottheit erhoben haben, wie jemand Gläser auf die Theke malt.

Die christliche Antwort lautet aber etwas anders. Sie erklärt nicht die Erde der Indianer zur Göttin, sondern die Indianer zu Propheten. Als sie der Mutter Erde zu opfern begannen, hatten sie eine unzutreffende Vorstellung, wie die Gottheit aussehen würde. Sie hatten aber ein zutreffendes Wissen, dass es eine gibt.

An allen Orten der Welt hatten die Menschen ganz verschiedenen Göttern geopfert. Sie waren sich völlig uneins in der Frage, wie die Götter aussahen. Völlig einig aber waren sie sich, und ganz ohne von einander zu wissen übrigens, dass es das Göttliche gibt. Sie waren alle auf dem falschen Dampfer und dennoch richtige Propheten.

Wenn die Juden die Heiden anklagten, weil sie Götterbilder in ihren Häusern hatten, dann nicht, weil sie an das Göttliche glaubten, sondern weil sie erklärten, sie wüssten, wie die Gottheiten aussehen.

Beide, Indianer und Juden hatten ein sehr tiefes und wahres, ahnendes Wissen. Sie waren dabei lediglich einen Schritt zu weit gegangen; nämlich als sie ihre Phantasie am falschen Ort spielen ließen.
Wenn jemand im dichten Nebel ein Tier vernimmt, dann macht es keinen Sinn, gleich Stift und Block zu holen und drauflos zu malen. Der Beobachter sieht nichts und weiß nicht ob das Wesen Flügel und Beine hat. Er muss warten, bis der Nebel sich legt oder bis das Unbeschreibliche heraustritt.

Der ganz bestimmte, historische Augenblick nun, in dem Gott zum ersten Mal von sich aus mit Abraham ins Gespräch kommen wollte, dieser Augenblick war es, an dem die Gottheit erstmals einen feierlichen Schritt aus dem Nebel tat. Dieser erste Schritt bestätigte mit einem Schlag das Prophetenamt aller Heiden und erklärte ihre Bilder im gleichen Atemzug für nichtig. Dieser erste Schritt machte auch gleich die Adresse konkreter, und die Ehrenhaften der Welt hatten Grund auzufatmen. Jetzt hatten sie den Namen vernommen, den sie nennen können. Gott nannte ihn dem Mose. Er lautet: Ich Bin Da.

Der neue Kissler

Montag, August 2nd, 2010

Hab einen Auftrag, an dem ich viel arbeiten muss: Das Abtippen vieler Pressemeldungen, um sie dann zu einer Chronik zusammenzufassen. Viel Tippen, ohne denken zu müssen.

Gute Gelegenheit, Podcasts zu hören. Gerade habe ich etwas sehr gutes gehört:

Den Vortrag von Alexander Kissler zum neuen Atheismus via Gloria.TV.

Wer möchte, gönnt sich das; es lohnt, wie jeder Kissler.

Der Argumenten-Carpaccio-Award geht an…

Freitag, Juni 11th, 2010

tätätätääääääää

Unser neuer Preis: Der Argumenten-Carpaccio-Avard

Der Argumente-Carpaccio-Avard

….Michael Schmidt-Salomon, der “blankes Entsetzen” bezüglich der Kandidatur von Ministerpräsident Wulff zum Bundespräsidenten ortet. Wulff, „der Gruppierungen unterstützt, die aufgrund religiöser Wahnideen die Evolutionstheorie leugnen und Schwulenhetze betreiben“, sei untragbar.

Schmidt-Salomo hat sich schon mehrfach durch Äußerungen hervorgetan, die besonders dünn geschnitten waren. Nominiert war er bereits, als er das Durchsehen von Schulbüchern forderte, mit dem Ziel, Lehrinhalte zu finden und  zu streichen, die den Glauben an eine Schöpfung der Welt nahelegten.
Weil sein hier bei kath.net gefundener Satz an Stupidität nicht zu übertreffen ist: Hier nun endlich der wirklich verdiente Preis!







Was ist eigentlich eine Ideologie? Teil 1

Dienstag, Mai 18th, 2010
feuerbachlogo

Ludwig Feuerbach kam auf den Gedanken, Gott sei nur eine Projektion des Menschen.


Wir führen häufig oft, wie viele wahrscheinlich, das Wort Ideologie im Munde. Weil es ein Fremdwort ist und wir für jedermann verständlich schreiben wollen, müssen wir es erklären. Hier der erste Gedanke dazu.