
Der Oberlehrer meint: Was mit fremden Wörtern erklärt wird, bleibt unverstänlich.
Ich habe geschrieben, dass sich die Geister in der Frage scheiden, ob der Mensch ein Ziel außerhalb seines Erdenlebens hat oder nicht. Die religiösen Menschen sagen, dass er eins hat. Die Atheisten sagen, er hat keins.
Mit Atheisten meine ich übrigens nicht alle, die nicht an Gott glauben. Mit Atheisten meine ich wohl aber die selben Leute, die man meistens meint, wenn man Atheisten sagt; Menschen also, die überzeugt sind, dass es nur die reine Natur und eine Art Evolution gibt, und die zugleich glauben, ihr Glaube sei mehr oder weniger bewiesen.
Die Buddhisten im strengen Sinn könnte man eigentlich auch Atheisten nennen. Der Buddhismus in Reinform verkündet, dass es keine Gottheit gibt, die als Schöpfer angesehen werden kann.
Viele Esoteriker, die irgendwelche kleinen Götterbilder um den Hals tragen, die Geister beschwören und mit allerlei Energien hantieren, die zudem aber nicht glauben, dass es den Schöpfergott gibt, können auch in gewissem Sinn Atheisten genannt werden. Auch sie glauben nicht an eine Gottheit als Schöpfer und Lenker aller Dinge.
Dann gibt es noch solche, die irgendwie an ein höheres Wesen glauben, weil sie die Welt ohne nicht für logisch halten. Ihr Glaube geht nicht so weit, dass sie die Gottheit als etwas persönliches ansehen, dass sie auf den Gedanken kommen würden zu beten. Irgendwie ist ihnen aber eine Art Glaube geblieben, so dass sie eigentlch weder gottgläubig, noch ungläubig genannt werden können. Ihr Weltbild ist irgendwie atheistisch, ohne, dass ich sie Atheisten nennen würde.
Um kurz zu erklären, wen ich mit „den Atheisten“ meine, sollte ich vielleicht kurz eine Gruppe einführen, die ihnen sehr ähnlich ist und die von ihnen am strengsten bekämpft wird: Die Gruppe der sogenannten christlichen Fundamentalisten.
Viele meinen, christliche Fundamentalisten seien einfach Leute, die glauben, in der Bibel stünde genau, wie Gott die Welt gemacht hat. Man könne in der Bibel lesen, wie die Schöpfung entstanden ist; die Bibel habe mehr oder weniger wörtlich Recht.
Das reicht noch nicht, um ein christlicher Fundamentalist zu sein. Ich würde mich beileibe nicht als solchen bezeichnen. Ich bin katholisch und glaube katholisch. (Was ich übrigens für den besten Schutz gegen jede Form des Fundamentalismus halte.)
Ich glaube allerdings, dass in der Bibel viel darüber zu lesen ist, wie Gott die Welt gemacht hat.
Ich glaube zwar nicht, dass die Berichte von Adam und Eva wörtlich zu nehmen sind, als seien sie ein Geschichtsbuch. Ich glaube aber, es steht viel mehr über die Schöpfung in der Bibel als gern angenommen wird.
Letztlich glaube ich ziemlich viel von dem, was meine fundamentalistischen Brüder glauben. Was das ist, könnte man im einzelnen besprechen.
Was mich von den Fundamentalisten ganz wesentlich unterscheidet ist, dass ich, im Gegensatz zu ihnen, der Wissenschaft nicht zutraue, über die Religion zu entscheiden.
Die christlichen Fundamentalisten glauben, dass man die modernen Wissenschaften gebrauchen kann, um zu beweisen, dass der Schöpfungsglaube Recht hat. Das macht sie aus, und das macht sie den Atheisten so ähnlich. Die glauben nämlich, man könne die modernen Wissenschaften gebrauchen, um zu beweisen, dass die Schöpfung Unrecht hat.
Mit Atheisten meine ich also für gewöhnlich Leute, die glauben, die Wissenschaft hätte die Religion entweder schon widerlegt, oder sie stünde kurz davor, sie endgültig aus der Welt zu beweisen. Die Atheisten, die ich meine, betrachten die Religionen wie alte Häuser, die langsam einstürzen, weil unentwegt die Abrissbirne der Wissenschaft gegen sie donnert.
Die Atheisten, die ich meine, schreiben groß und breit auf Busse, es gebe keinen Gott. In Klammern steht dann ein „mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ daneben. Das bedeutet so viel wie: „Ihr könnt euch schon mal auf unsere Seite begeben. Der Rest, der noch nicht wegbewiesen ist, der kippt nämlich auch bereits.“ Mein lapidares Wort „Atheisten“ meint nur diese Leute, die sich wegen ihrer Wissenschaftsgläubigkeit angreifbar machen. Viel weniger die, die ohne einen konkreten Glauben an Gott leben, der ihrem Leben eine Prägung gibt und zu dem sie beten. Das nur zur Klärung.























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