Uta Ranke Heinemann hat hier, in einem ihrer unglaublichen Beiträge gesagt: “Der Papst ist dabei, Afrika auszurotten.” Offenbar, weil er nicht mit der Welt den Gebrauch von Kondomen gegen Aids predigt.
Ich erinnere mich an einen Trauerbeitrag von Elton John, dessen Freund an der besagten Imunschwäche gestorben war. John sagte damals, Papst Benedikt sei schuld am Tod seines Freundes.
Weiter erinnere ich mich an einen jungen Freund, um den wir uns über – ich glaube – vier oder fünf Jahre, so gut es ging, gekümmert haben. Der Junge war homosexuell orientiert und schon sehr früh auffallend stark auf Sex aus. Eine Zeit lang hatte er damals einen Freund, der den HI-Virus mit in die Beziehung brachte. Seine Mutter schimpfte heftig, als er ihr gestand, dass er “ungeschützt” mit ihm geschlafen hatte. Mit Kondom hätte sie kein Wort gesagt.
Das Kondom wird mit einem Perl-Index von 2-5 gehandelt. Profamilia schreibt 2-12, wie ich gerade gegoogelt habe. Laut Wiki bedeutet der Perl-Index von 2-12, dass von hundert Frauen, die ein Jahr lang mit dem Kondom verhüten, 2-12 schwanger werden.
Auf die Aids-Problematik angewandt heißt das, von hundert Partnern, die ein Jahr lang mit einer infizierten Person schlafen, müssen 2-12 damit rechnen, infiziert zu werden. Stimmt doch, oder? Verbessert mich, wenn ich falsch rechne.
Unser Freund hatte sehr häufig Sex. Er hielt es nicht mal aus, nicht davon zu erzählen. Hundert ist da schnell erreicht, um es mal so zu sagen.
Wenn das alles jetzt so ist, kann man da etwas anderes sagen, als: Wenn Du infiziert bist und deinen Partner lieb hast, willst Du nicht auf Nummer sicher gehen und ihn nicht dem dermaßen hohen Risiko der Infizierung trotz Kondome aussetzen? Kondome sind nicht sicher. Vielmehr sind auch sie eindeutig russisches Roulette, wenn auch mit etwas mehr Kammern in der Trommel.
Unser junger Freund, mit dem wir ein sehr liebevolles und vertrautes Verhältnis hatten, wusste um meine Einstellung, vertand sie jedoch nicht, nämlich, dass ein enthaltsames Leben mehr als glücklich sein kann. Er ist von hier fortgezogen. Wir hören nur noch selten von ihm, ab und zu ruft er an. Ich hoffe, es geht ihm gut, und wir beten für ihn.















Hallo Johannes,
du schreibst man soll dich berichtigen wenn deine Annahme der Ansteckungsgefahr nicht stimmt. Das mit dem Pearl-Index stimmt, aber eine Frau kann nur wenige Tage im Monat schwanger werden, Aids kann man jeden Tag bekommen, d.h. die Wahrscheinlichkeit Aids zu bekommen ist um einiges höher…
Oh, siehst Du, hab ich gar nicht bedacht, wo es doch so logisch ist und nahe liegt.
Vielen Dank!
Ich denke auch, dass Kondome die AIDS-Infektion nur unwahrscheinlicher machen, nicht aber in allen Fall „schützen“. Das können sie auch gar nicht. Kein Hersteller würde die Gewährleistung übernehmen und Schadensersatz zahlen, wenn es trotz Anwendung zur Infektion kommt. Ich weiß nicht, was es für die Rechnung austrägt, aber ein HI-Virus ist sehr viel kleiner als ein Spermium, könnte also Poren im Gummi eher „nutzen“, wobei die Folgen wohl umstritten sind (Spermien bewegen sich selbst fort und es braucht nur eines für die Befruchtung; Viren dagegen müssen in größerer Menge in den Körper gespült werden, um in die Blutbahn zu gelangen). Hauptproblem von Neuinfektionen trotz Kondom sind wohl Anwendungsfehler (worauf sich auch die Hersteller zurückziehen können).
Jenseits der Zahlen muss aber wieder ein ganzheitlicher Ansatz in der AIDS-Prävention in den Vordergrund rücken. Das UN-Hilfswerk UNESCO und die Weltgesundheitsorganisation WHO propagieren den so genannten ABC-Ansatz, bei dem A (=abstinence; Enthaltsamkeit) und B (=behavior; Verhalten, also Treue) für vorrangig gegenüber C (=condoms; Kondome) erachtet werden. Die größten Erfolge erreicht man mit A, dann mit B und erst dann – als ultima ratio – mit C. Dieses ABC wird oft aus Gründen der Leichtfertigkeit und in einer hedonistischen Lebensweise, die weder Rücksicht auf andere noch auf sich selbst nimmt, umgekehrt: erst C, dann B und dann – wenn überhaupt – A. Die katholische Kirche erinnert an die Bedeutung von A und B, während viele nur auf C setzen, obwohl nachweislich die größten Erfolge mit A, dann mit B und schließlich mit C erzielt werden. Das C als Allheilmittel keine Lösung ist, sondern zu einer Verschlimmerung des AIDS-Problems führt, daran hat der Papst auf seiner letztjährigen Afrika-Reise erinnert – mit guten Beispielen für eine holistische AIDS-Präventionsstrategie im Rücken (Uganda).
Auch wenn man die katholische Sexualmoral und Benedikts diesbezügliche Idee einer „Humanisierung der Sexualität“ ablehnt, müsste man eigentlich einsehen, dass es mit Liebe wenig zu tun hat, den Partner einem letztlich unkalkulierbaren Risiko auszusetzen. Ich würde jedenfalls kein Flugzeug mehr besteigen, wenn ich wüsste, dass auch nur jede 1000. Turbine versagt. Und meine Frau würde ich da auch nicht hineinschicken.
Josef Bordat