Posts mit Tag ‘Ökumene’

Die vita protestantisch betrachtet

Mittwoch, Juli 21st, 2010

Die vita in deum. Sie kommt katholisch daher. Es finden sich Artikel über Marienverehrung, Eucharistie, Rosenkränze, den Papst. Ist sie katholisch? Wenn ja, was heißt das bzw. wie weit ist sie das? Warum sollte man als Protestant ihr angehören?

Wenn man die Startseite der vita in deum aufruft, findet sich ein Satz: “Die vita ist für alle christlichen Konfessionen geöffnet, ihre Glaubenslehre ist römisch katholisch.” Also ein rein katholischer Haufen, wo man z.B. als Protestant einfach nur dabei sein darf? Ohne großen Nutzen und ohne etwas über den eigenen Glauben zu lernen? Nein! Ein bisschen stört mich dieser Satz auch wenn er richtig ist. Er stellt aber etwas verkürzt dar. Natürlich ist die Glaubenslehre, die auf unserer Homepage nach und nach veröffentlich wird, katholisch. Natürlich hat die vita katholische Grundzüge. Aber dennoch ist ihre Lehre christlich. Die Lehre vom Tod Christi, ethische Fragen z.B. zur Abtreibung, Aussagen über die Dreifaltligkeit. Ich habe soviel über meinen eigenen, protestantisch geprägten Glauben hier gelernt, wie selten woanders. Und noch viel mehr darüber hinaus. Ich habe die Unterschiede zwischen unseren Kirchen kennengelernt. Das “typisch katholische” kennen, verstehen und lieben gelernt. Und gleichzeitig die Eigenarten meiner Kirche noch bewusster erfahren. Ich habe Ökumene gelernt, erfahren und gelebt wie nie!

Aber aus einem Grund ist die vita nicht nur für andere Konfessionen geöffnet. Unsere Mitte ist das gemeinsame Gebet. Zu dem einen Schöpfer. Zu dem, der in Christus in diese Welt gekommen ist. Dieses Gebet kann nicht katholisch oder protestantisch sein, sondern nur christlich. Es verbindet und tilgt Grenzen. In ihm wachsen wir alle gemeinsam im Vollzug unseres Glaubens, unseres christliches Glaubens.

Der nächste Satz auf der Startseite bringt genau das zum Ausdruck: “Die vita möchte über den christlichen Glauben informieren und ihn in seiner Schönheit und Anziehungskraft darstellen.” Die vita geht weiter. Es geht darum, den christlichen Glauben im Gebet, aber vor allem im eigenen Leben zur Geltung zu bringen. Das ist für mich vita und deswegen ist sie nicht nur katholisch!

Ökumenisches Gehampel

Montag, Mai 24th, 2010

Was soll das denn immer?!? Es ist mal wieder Pfingsten und landauf landab an vielen Orten, die das ganze Jahr das Wort Ökumene nur entfernt kennen und es im kirchlichen Leben eher nicht einbinden, gilt es ökumenische Gottesdienste, Messen oder was auch immer zu feiern. Es ist dann an der Zeit, ökumenisch zu hampeln. Ich finde, dass diese Veranstaltungen weder das Wort Ökumene noch Gottesdienst bzw. Messe verdienen. Den Besuchern wird inhaltliche Berieselung angeboten. So unterschiedlich sind wir ja alle nicht. Und lieb haben wir uns allemal. Und liturgisch wird eine ganz seltsame Mischmasse ins Leben gerufen bis hin zu gar keiner. Da wird dann auch mal doppelt gesegnet, in katholischen Kirchen auf Messdiener verzichtet, liturgische Gesänge werden gepflegt weggelassen und manchmal reicht es nicht mal für das Glaubensbekenntnis. Na herzlichen Glückwunsch! Die Vielfalt betonen und dann in einer seltsam vorgetragenen Einheit alle eigenen Besonderheiten verwischen.

Habe eine solche Veranstaltung mal außerhalb einer Kirche erlebt. Da wurde dann für die handelnden Akteure eine Bühne aufgebaut. Das wurde dem ganzen Schauspiel irgendwie gerechter. Fehlten zum Sitzen für die Zuschauer eigentlich nur Bierzeltgarnituren.

Aber jetzt mal im Ernst. Ich liebe Ökumene! Aber was bedeutet das eigentlich, Ökumene? In meinen bescheidenen Augen bedeutet es, sich des gemeinsamen Bekenntnisses zu besinnen, aber dabei auch die Eigenarten und Besonderheiten zu betonen und diese auch zu feiern. Aber vor allem, die Besonderheiten des anderen wahrzunehmen und ihr oder ihm ihre oder seine Kirchlichkeit nicht abzusprechen. Und in einem ökumenischen Gottesdienst ist das doch eigentlich ganz einfach umzusetzen. Der Gastgeber feiert seine Liturgie und der Gast predigt. Und dann vielleicht ja mal auch kein inhaltliches Herumgeseiche, sondern wahre Verkündigung des Wortes Gottes.

Aber irgendwie bin ich auch dankbar für dieses regelmäßig wiederkehrende, einheitsbreiige Schauspiel. Denn auch in einer Kirche muss man ja auch mal lachen können…