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Glaube?!?

Donnerstag, November 4th, 2010

In einem sind sich fast alle christlichen Kirchen einig: Auf den Glauben kommt es an! Ob dieser nun allein reicht und notwendig ist, um das ewige Leben zu erlangen, oder ob man doch noch ein bisschen dies oder das dazu tun kann oder sogar muss, ist fast nebensächlich. Der Glaube hat ein Alleinstellungsmerkmal. Durch ihn wird die Macht des Todes gebrochen, der Mensch erst in die Lage versetzt, ein besserer zu werden, durch ihn werden wir Kinder Gottes. Aber was heißt es eigentlich, zu glauben?

Ich weiß noch, wie einmal eine Freundin weinend vor mir saß und sagte: “Ich weiß einfach nicht, ob ich wirklich glaube, auch wenn ich mir es so wünsche.” Oder eine andere einmal sagte: “Ich weiß nicht, ob ich immer noch glaube. Manchmal habe ich Angst, dass mein Glaube weg ist.” Und natürlich ein Freund, der behauptete: “Ich würde so gerne glauben, aber ich glaube, ich kann es einfach nicht.”

Also wie genau ist das jetzt? Gibt es einen Grad des Glaubens, ab dem man sicher sein kann, zu glauben? Oder gibt es Maßstäbe, Kriterien, nach denen man sagen kann: “Ok, ich glaube.”

Den Glauben zu beurteilen, den eigenen oder einen fremden, ist dem Menschen nicht möglich, sondern rein Gott vorbehalten. Er ist nichts, das äußerlich sichtbar ist. Zwar schafft der Glaube einen besseren Menschen, aber ein besserer Mensch zeigt noch lange keinen Glauben. Zwar schenkt der Glaube Hoffnung, die Zweifel und Ängste aushalten kann, aber ein ängstlicher oder zweifelnder Mensch ist noch lange nicht ungläubig. Ich denke, dass der Glaube eine Ahnung ist. Eine Ahnung, dass es etwas Größeres gibt, das Sinn stiftet, Sinn ermöglicht. Eine Ahnung, dass das irdische Leben nicht alles ist. Der Glaube ist etwas, das mir meine Schwächen aufzeigt und mir hilft, sie auszuhalten. Der Glaube gibt mir eine Ahnung, dass da eine Liebe ist, eine Liebe, die mich einschließt, die so grenzenlos ist, dass sie Kreuz und Tod überwunden hat.

Man kann den Glauben nicht erlernen. Man kann ihn auch nicht erzwingen. Aber ich glaube fest daran, dass allein schon der Wunsch, zu glauben, oder die enhrliche Angst, doch nicht glauben zu können, schon Ausdruck dieser Ahnung ist. Dass in einem solchen Menschen der Glaube an die Liebe des dreeinigen Gottes bereits angebrochen ist.

Für einen sehr wichtigen Menschen

Sonntag, Juli 25th, 2010

Du sagst, du möchtest studieren. Einfach nur studieren. Alles denken, was man denken kann. Nichts als absolutes setzen. Keine Grenzen haben. Wissen haben, um zu verstehen. Die Vernunft benutzen, nur die Vernunft. Möchtest dich nicht festlegen in ethischen Fragen. In überhaupt keinen Fragen. Sondern nur denken. Das ist richtig und gut.

Aber dennoch weißt du um die reale Existenz einer höheren Macht. Von der Realität eines Gottes, der Mensch geworden ist. Der Sinn stiftet, ja vielleicht erst Sinn ermöglicht. Der außerhalb aller Kategorien steht. Der Leben verändert. Absolut handelt und absolut ist. Der auch dein Leben verändert hat, es führt. Wegen dem du da bist, wo du heute bist. Die bist, die du bist. Der Motivation und Grund deines Studiums, deines Weges ist. Der die einzige Antwort auf jedes “Warum?!?” ist. Der konkret an dir gehandelt hat und wie ich finde, konkrete Antworten erwartet. Nicht erwartet als Vorraussetzung seiner Zuwendung. Aber der konkrete Antworten in unserem Leben hervorruft. Die Gnade, die unsere Demut verlangt. Die Nachfolge, die ethische Klarheit verlangt. Das Kreuz, das unser Gottesbild bestimmt. Die Schöpfung, die unser Menschenbild definiert. All das sind Bereiche, in denen unser Wissen um eine absolute, ewige Wahrheit die Suche nach dieser Wahrheit hervorruft. Und die ein Eintreten für diese verlangt. Dass wir sie sichtbar machen in unseren Lebensvollzügen. Und dass wir sie hinaustragen in die Welt. Antworten geben, auf die Fragen der Menschen. Deuten, wo Deutung erforderlich ist. Einschreiten, wo unser Glauben es verlangt. Bekennen, wo es erforderlich ist. Und das absolut, weil Gott absolut ist. Aber immer im Dienst der Liebe und Barmehrzigkeit, der völligen Annahme unseres Gegenübers. Denn christliche Absolutheit ohne gleichzeitiger selbstloser und zweck-loser Liebe ist nicht christlich.

Du weißt warum du den Weg gehst, den du gehst. Warum du ihn gehst, wie du ihn gehst. Und deswegen ist es auch gut und richtig für dich, wie du ihn gehst. Aber vergiss nicht die Antwort auf das “Warum?”.