Posts mit Tag ‘Gott’

Für eine gute Freundin

Montag, Dezember 6th, 2010

Glaube ist für mich ein emotionaler Prozess. Wenn Gott mich berührt, berührt er mein Herz. Diese Berührung ruft Emotionen in mir hervor. Nur ein einziger solcher Momente kann ganze Lebenszusammenhänge auf den Kopf stellen, ja kann ein ganzes Leben verändern.

Diesen Glauben kann man rational nicht vollkommen durchdringen. Man kann und soll ihn rational erklären. Auskunft geben können an was ich warum glaube. Aber plausibilisieren, dass es für jeden objektiv einsichtig ist, kann man nicht. Der Glaube und Gott als sein Ziel entzieht sich in seiner Unendlichkeit menschlichen Vorstellungen. Übersteigt sie. Dieser Moment, in dem Gott mein Herz ergreift, ist überwältigend, er übertrifft alles, was ich bis dahin fühlen oder denken konnte, ja weil es ein Moment ist, der sprichwörtlich nicht von dieser Welt ist.

Ein solcher Moment negiert aber auch nicht alles, was man bis dahin erlebt und gedacht hat. Glauben heißt eben, zumindest für uns Christen, nicht alles verstehen und alles deuten zu können. Glauben heißt eben nicht, den einen “way of life” zu haben, der ewiges Glück und vollkommene Weisheit verspricht. Glauben heißt sich auf etwas einzulassen. Zuzulassen, dass Gott in meinem Leben wirkt. Zuzulassen, dass er mir neue Perspektiven eröffnet. Zu vertrauen, dass auch das einen Sinn hat, was uns manchmal sinnlos erscheint.

Ich weiß nicht, ob das eine Antwort auf deine Fragen war, aber es war etwas, was mir noch wichtig war, dazu zu sagen.

Ein Erklärungsversuch

Sonntag, Juli 25th, 2010

Du fandest meinen Eintrag zum Glauben ganz gut, hast du gesagt. Nur mit dem letzten Satz hast du deine Probleme. “Dass wir uns nur eins wünschen, dass er unser Leben heiligt, zu einem Lobpreis seiner Herrlichkeit.” Was soll das beudeuten? Ist das nicht völlig lebensfremd, hat mit unserem Leben nichts mehr zu tun? Ich versuche zu erklären, was ich meine.

Den Satz, den ich geschrieben habe, ist vielleicht einer meiner, ganz persönlich, größten Wünsche. Auch wenn ich weiß, dass ich Lichtjahre von ihm entfernt bin. Der Wunsch, dass die Gnade unseres Herrn, dass er mich ansieht, mir vergibt, trotz all meiner Sünde, in meinem Leben sichtbar wird. Konkret. Dass er das Zentrum meines Lebens ist. Der erste Gedanke wenn ich aufstehe. Und der letzte bevor ich einschlafe. Dass er mir hilft zu wachsen, in meinen Aufgaben, in meiner Berufung, in meinen Talenten, in meinem Denken, in meinem Sein. Dass die Liebe in meinem Leben sichtbar wird. Ich mich selber zuletzt sehe und zuerst die andern. Ich nicht zuerst darauf achte, was ich will, sondern darauf, wo ich gebraucht werde, was er von mir will, sich für mich wünscht. Dass er mir hilft, mich meinen Zweifeln zu stellen. Meine Fehler auszuhalten. Einfach der Wunsch, dass ich ein bisschen von dem zurückgeben kann, was er mir geschenkt hat.

Zu lebensfremd? Vielleicht ist es das…

Glauben

Mittwoch, Juli 21st, 2010

Was heißt es eigentlich zu glauben? Eigentlich eine der elementarsten und doch irgendwie schwierigsten Fragen, finde ich. Für mich bedeutet es, dass der Glaube an den einen Gott, der sich in Tod und Auferstehung Christi offenbart hat, unser Leben in seinen Grundvollzügen bestimmt. Dass er unser Denken ändert, auf Gott hin. Dass er unser Fühlen ändert, vom Kreuz her. Dass er unser Handeln verändert, Christi nachfolgend. Dass er in all unseren Lebensvollzügen sichtbar wird, im sonntäglichen Gottesdienstbesuch wie bei Aldi an der Kasse. Dass wir nur eins wollen. Im Segen Gottes wandeln. Nie mehr von ihm getrennt sein. Von seiner Liebe getragen sein. Uns seinem Willen unterordnen. Dass wir uns nur eins wünschen, dass er unser Leben heiligt, zu einem Lobpreis seiner Herrlichkeit.

kreuz