Posts mit Tag ‘Gebet’

Christenverfolgung

Freitag, November 5th, 2010

Am letzten Sonntag geschah es wieder einmal. Terroranschläge überschatteten den Irak. Dieses Mal traf es eine Kirche. Was sich hier in die schreckliche Kette hunderter Anschläge einreiht, hat in einigen Ländern Prinzip. Die Verfolgung und Tötung von Christen. Der letzte Bericht aus Indien ist gar nicht lang her, dass Christen wie in einer Treibjagd gejagt und getötet wurden, um ein humanes Wort zu gebrauchen. Und auch in der Türkei, immerhin Anwärter auf einen EU-Beitritt, ist die Unterdrückung und Tötung von Christen keine Seltenheit. Die in den letzten Jahrzehnten stark zurückgehende Zahl der Christen, die dort leben, ist auch hierfür ein Indiz. Leider sind diese Länder nur einige Beispiele von vielen.

Nun gibt es Menschen, die ihre Aufgabe, ihren Auftrag von Gott, genau darin sehen, in diese Länder zu gehen. Für Frieden einzutreten. Entwicklungshilfe zu leisten. Oder einfach nur ihren Glaubensbrüdern beizustehen. Suzidaler leichtsinn? Naive Verbortheit? Eigentlich auch schon fast fundamentalistisch?

In unseren Kreisen werden ganz andere Menschen für “heilig” gehalten. Ein Martin Luther, für seine Ideen und seinen Widerstand gegen die Obrigkeit. Thomas von Aquin, für seine umfassende und beeindruckende Theologie. Oder in der Neuzeit jemand wie Dietrich Bonhoeffer, der aus seinem Glauben in den politischen Widerstand und den Tod gegangen ist. Das sind Heilige und /oder Helden unserer Zeit. Diese Namen kennen wir.

Was ist mit den Namen derer, die ihren Tod gefunden haben, weil sie dem Ruf ihres Glaubens gefolgt sind? Wo erfolgt die Heiligsprechung, wo das Gedenken? Und vor allem, was können wir tun und wie weit wären wir bereit, zu gehen? Ich muss ehrlich sagen, ich würde nicht in den Irak gehen, um das Evangelium Christi zu predigen und Gottes Gemeinde zu bauen. Ich hätte zuviel Angst um mein Leben. Die klügere Entscheidung oder doch die selbstbezogenere?

Eins jedoch können wir tun, und sollten wir auch. Alle Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und getötet werden, in unser Gebet einschließen. All die Länder, in denen Menschen gefoltert werden, von Terror bedroht, unterdrückt, ermordet werden, sei es aufgrund religiöser Überzeugungen, ethnischer Zugehörigkeit oder was auch immer. Wenigstens unser Gebet haben sie verdient! Und so bleiben sie in unserm Bewusstsein. Zu oft vergesse ich, dass es weitaus größere Probleme gibt, als die Wahl der abendlichen Freizeitbeschäftigung. Zu oft vergesse ich, dass der Glaube für manche ein wirkliches Wagnis ist.

Die vita protestantisch betrachtet

Mittwoch, Juli 21st, 2010

Die vita in deum. Sie kommt katholisch daher. Es finden sich Artikel über Marienverehrung, Eucharistie, Rosenkränze, den Papst. Ist sie katholisch? Wenn ja, was heißt das bzw. wie weit ist sie das? Warum sollte man als Protestant ihr angehören?

Wenn man die Startseite der vita in deum aufruft, findet sich ein Satz: “Die vita ist für alle christlichen Konfessionen geöffnet, ihre Glaubenslehre ist römisch katholisch.” Also ein rein katholischer Haufen, wo man z.B. als Protestant einfach nur dabei sein darf? Ohne großen Nutzen und ohne etwas über den eigenen Glauben zu lernen? Nein! Ein bisschen stört mich dieser Satz auch wenn er richtig ist. Er stellt aber etwas verkürzt dar. Natürlich ist die Glaubenslehre, die auf unserer Homepage nach und nach veröffentlich wird, katholisch. Natürlich hat die vita katholische Grundzüge. Aber dennoch ist ihre Lehre christlich. Die Lehre vom Tod Christi, ethische Fragen z.B. zur Abtreibung, Aussagen über die Dreifaltligkeit. Ich habe soviel über meinen eigenen, protestantisch geprägten Glauben hier gelernt, wie selten woanders. Und noch viel mehr darüber hinaus. Ich habe die Unterschiede zwischen unseren Kirchen kennengelernt. Das “typisch katholische” kennen, verstehen und lieben gelernt. Und gleichzeitig die Eigenarten meiner Kirche noch bewusster erfahren. Ich habe Ökumene gelernt, erfahren und gelebt wie nie!

Aber aus einem Grund ist die vita nicht nur für andere Konfessionen geöffnet. Unsere Mitte ist das gemeinsame Gebet. Zu dem einen Schöpfer. Zu dem, der in Christus in diese Welt gekommen ist. Dieses Gebet kann nicht katholisch oder protestantisch sein, sondern nur christlich. Es verbindet und tilgt Grenzen. In ihm wachsen wir alle gemeinsam im Vollzug unseres Glaubens, unseres christliches Glaubens.

Der nächste Satz auf der Startseite bringt genau das zum Ausdruck: “Die vita möchte über den christlichen Glauben informieren und ihn in seiner Schönheit und Anziehungskraft darstellen.” Die vita geht weiter. Es geht darum, den christlichen Glauben im Gebet, aber vor allem im eigenen Leben zur Geltung zu bringen. Das ist für mich vita und deswegen ist sie nicht nur katholisch!

Gebet

Samstag, Juli 17th, 2010

Lasst uns das Gebet raustragen in die Welt. Wir brauchen es, unsere Gesellschaft braucht es, jeder braucht es. Das Gebet führt zusammen. Es verbindet Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Konfessionen, ja sogar manchmal unterschiedlicher Religionen. Es hat Stärke, es hat Macht. Es kann verändern. Es kann befreien, neue Wege aufzeigen, Welten verändern und Berge versetzen. Lasst uns das Gebet raustragen in die Welt. Wir brauchen es, unsere Gesellschaft braucht es, jeder braucht es.

2012

Freitag, Juli 16th, 2010

Habe gerade den Film 2012 gesehen. Eine viel zu übertriebene, patriotische aufgeladene, kitschige Hollywood-Verfilmung der “Arche Noah” – Geschichte. Der Film war eigentlich schlecht. Aber trotzdem lässt er mich nicht los. Was ist, wenn morgen die Welt untergeht? Habe ich alles gesagt zu den Menschen, die mir wichtig sind? Habe ich mich für alles entschuldigt? Meine Fehler eingestanden? Vor mir, meinen Mitmenschen, vor Gott? Habe ich alles getan, was in meiner Macht war, meine Talente genutzt? Habe ich die Gebete gesprochen, die nötig waren? Bin ich bereit für das Ende?