Am letzten Sonntag geschah es wieder einmal. Terroranschläge überschatteten den Irak. Dieses Mal traf es eine Kirche. Was sich hier in die schreckliche Kette hunderter Anschläge einreiht, hat in einigen Ländern Prinzip. Die Verfolgung und Tötung von Christen. Der letzte Bericht aus Indien ist gar nicht lang her, dass Christen wie in einer Treibjagd gejagt und getötet wurden, um ein humanes Wort zu gebrauchen. Und auch in der Türkei, immerhin Anwärter auf einen EU-Beitritt, ist die Unterdrückung und Tötung von Christen keine Seltenheit. Die in den letzten Jahrzehnten stark zurückgehende Zahl der Christen, die dort leben, ist auch hierfür ein Indiz. Leider sind diese Länder nur einige Beispiele von vielen.
Nun gibt es Menschen, die ihre Aufgabe, ihren Auftrag von Gott, genau darin sehen, in diese Länder zu gehen. Für Frieden einzutreten. Entwicklungshilfe zu leisten. Oder einfach nur ihren Glaubensbrüdern beizustehen. Suzidaler leichtsinn? Naive Verbortheit? Eigentlich auch schon fast fundamentalistisch?
In unseren Kreisen werden ganz andere Menschen für “heilig” gehalten. Ein Martin Luther, für seine Ideen und seinen Widerstand gegen die Obrigkeit. Thomas von Aquin, für seine umfassende und beeindruckende Theologie. Oder in der Neuzeit jemand wie Dietrich Bonhoeffer, der aus seinem Glauben in den politischen Widerstand und den Tod gegangen ist. Das sind Heilige und /oder Helden unserer Zeit. Diese Namen kennen wir.
Was ist mit den Namen derer, die ihren Tod gefunden haben, weil sie dem Ruf ihres Glaubens gefolgt sind? Wo erfolgt die Heiligsprechung, wo das Gedenken? Und vor allem, was können wir tun und wie weit wären wir bereit, zu gehen? Ich muss ehrlich sagen, ich würde nicht in den Irak gehen, um das Evangelium Christi zu predigen und Gottes Gemeinde zu bauen. Ich hätte zuviel Angst um mein Leben. Die klügere Entscheidung oder doch die selbstbezogenere?
Eins jedoch können wir tun, und sollten wir auch. Alle Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und getötet werden, in unser Gebet einschließen. All die Länder, in denen Menschen gefoltert werden, von Terror bedroht, unterdrückt, ermordet werden, sei es aufgrund religiöser Überzeugungen, ethnischer Zugehörigkeit oder was auch immer. Wenigstens unser Gebet haben sie verdient! Und so bleiben sie in unserm Bewusstsein. Zu oft vergesse ich, dass es weitaus größere Probleme gibt, als die Wahl der abendlichen Freizeitbeschäftigung. Zu oft vergesse ich, dass der Glaube für manche ein wirkliches Wagnis ist.





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