Archiv für die ‘Gesellschaft’ Kategorie

David Berger…

Sonntag, Juni 5th, 2011

101124_david_berger_suhrkamp_g…hat sich zu Wort gemeldet, in einem Kommentar zu seiner “Entlassung” in der Zeit. Wollte nur darauf hinweisen und überlasse denen das Kommentieren, die meinen, sie wüssten mehr in der Sache.

Christenverfolgung

Freitag, November 5th, 2010

Am letzten Sonntag geschah es wieder einmal. Terroranschläge überschatteten den Irak. Dieses Mal traf es eine Kirche. Was sich hier in die schreckliche Kette hunderter Anschläge einreiht, hat in einigen Ländern Prinzip. Die Verfolgung und Tötung von Christen. Der letzte Bericht aus Indien ist gar nicht lang her, dass Christen wie in einer Treibjagd gejagt und getötet wurden, um ein humanes Wort zu gebrauchen. Und auch in der Türkei, immerhin Anwärter auf einen EU-Beitritt, ist die Unterdrückung und Tötung von Christen keine Seltenheit. Die in den letzten Jahrzehnten stark zurückgehende Zahl der Christen, die dort leben, ist auch hierfür ein Indiz. Leider sind diese Länder nur einige Beispiele von vielen.

Nun gibt es Menschen, die ihre Aufgabe, ihren Auftrag von Gott, genau darin sehen, in diese Länder zu gehen. Für Frieden einzutreten. Entwicklungshilfe zu leisten. Oder einfach nur ihren Glaubensbrüdern beizustehen. Suzidaler leichtsinn? Naive Verbortheit? Eigentlich auch schon fast fundamentalistisch?

In unseren Kreisen werden ganz andere Menschen für “heilig” gehalten. Ein Martin Luther, für seine Ideen und seinen Widerstand gegen die Obrigkeit. Thomas von Aquin, für seine umfassende und beeindruckende Theologie. Oder in der Neuzeit jemand wie Dietrich Bonhoeffer, der aus seinem Glauben in den politischen Widerstand und den Tod gegangen ist. Das sind Heilige und /oder Helden unserer Zeit. Diese Namen kennen wir.

Was ist mit den Namen derer, die ihren Tod gefunden haben, weil sie dem Ruf ihres Glaubens gefolgt sind? Wo erfolgt die Heiligsprechung, wo das Gedenken? Und vor allem, was können wir tun und wie weit wären wir bereit, zu gehen? Ich muss ehrlich sagen, ich würde nicht in den Irak gehen, um das Evangelium Christi zu predigen und Gottes Gemeinde zu bauen. Ich hätte zuviel Angst um mein Leben. Die klügere Entscheidung oder doch die selbstbezogenere?

Eins jedoch können wir tun, und sollten wir auch. Alle Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt und getötet werden, in unser Gebet einschließen. All die Länder, in denen Menschen gefoltert werden, von Terror bedroht, unterdrückt, ermordet werden, sei es aufgrund religiöser Überzeugungen, ethnischer Zugehörigkeit oder was auch immer. Wenigstens unser Gebet haben sie verdient! Und so bleiben sie in unserm Bewusstsein. Zu oft vergesse ich, dass es weitaus größere Probleme gibt, als die Wahl der abendlichen Freizeitbeschäftigung. Zu oft vergesse ich, dass der Glaube für manche ein wirkliches Wagnis ist.

Rechtspopulisten feiern Comeback

Donnerstag, November 4th, 2010

Seit Wochen weht ein Geist durch dieses Land. Der Rechtspopulismus erfährt eine Auferstehung. Alles begann, als ein ehemaliger Finanzminister aus Berlin, an Bildung und Reichtum gesegnet, sich über den Zusammenhang von Genen, Armut und Dummheit äußerte. Er beleidigte Generationen von Menschen, die das Bild dieses Landes prägen. Und er benutzte Argumentationen, die an eine Zeit der größten Verbrechen dieses Landes erinnern. Alle haben auf Herrn Sarrazin eingedroschen. Die Medien, aber vor allem die Politiker aller Kasten. Sowas darf man in diesem Land nicht sagen, war der Konsens. Und der war richtig!

Doch dann geschah etwas. Meinungsforscher stellten fest, dass die obstrusen Thesen Sarrazins bei der Bevölkerung Anklang finden. Und sie verkündeten darüber hinaus, dass eine rechtspopulistische Partei aus dem Stand ca. 17 Prozent bei Wahlen auf sich vereinen könnte. Der Konsens, in einer solchen populistischen Weise wie Herr Sarrazin über Imigration zu reden, werde weder der Thematik noch den Menschen und ihren Schicksalen gerecht, bröckelte. Schließlich erhofften sich einige, einen Teil dieser 17 Prozent potentieller Wähler zu gewinnen. Somit war das Fazit klar: “Es muss ein Rechtsruck durch Deutschland gehen!” Horst Seehofer war der erste, der dies erkannte: “Multikulti ist tot.” Frau Merkel sieht das mittlerweile genauso. Herr Seehofer hat mittlerweile sieben Thesen veröffentlicht, wie Integration geregelt werden müsse. Über allem steht, dass laut Herrn Seehofer keine Menschen aus der Türkei und anderen arabischen Ländern mehr nach Deutschland einwandern dürfen. Schließlich können sich Menschen aus anderen Kulturkreisen schlecht integrieren. Das ist ja mal Rechtspopulismus per excellence.

Der einzige Amtsträger, der in dieser Debatte einen kühlen Kopf bewahrt hat, ist unser Bundespräsident. Bei seiner Rede zur Deutschen Einheit hat er mit Recht festgehatlen, dass neben dem Juden- und Christentum der Islam fester Bestandteil unserer Kultur ist. Und diese Aussage, die ihm nicht nur Freunde beschert hat, hat er ein paar Wochen später perfekt genutzt, bei seinem Besuch in der Türkei. Auch hier hat er mehr Rechte gefordert, nun aber für die Christen.

Von diesem Bundespräsidenten sollten sich unsere führenden Politiker eine Scheibe abschneiden. Denn mit ihren Aussagen springen sie zwar auf Vorurteile im Volk auf, aber eben damit ebnen sie den Weg für einen neuen Rechtspopulismus in diesem Land.

Richard Dawkins über die Religion

Mittwoch, August 4th, 2010

Richards Dawkins hofft auf ein Ende der Religionen. Sie seien Schuld an Krieg, Leid und Gewalt. Das Video ist ein kurzer Abriss seiner “Philosophie”. Relgiöse Menschen hätten Gründe für Gewalttaten aus ihrem Glauben heraus, die Atheisten nicht haben. Er ist der Auffassung, dass man aus Religion keine ethischen Werte ziehen kann außer die falschen oder nur aus Angst moralische Grundwerte lebt. Insgesamt aufschlussreich, aber erschreckend aufschlussreich.

Ich glaube es ist für uns an der Zeit, zu bekennen…

Gebet

Samstag, Juli 17th, 2010

Lasst uns das Gebet raustragen in die Welt. Wir brauchen es, unsere Gesellschaft braucht es, jeder braucht es. Das Gebet führt zusammen. Es verbindet Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Konfessionen, ja sogar manchmal unterschiedlicher Religionen. Es hat Stärke, es hat Macht. Es kann verändern. Es kann befreien, neue Wege aufzeigen, Welten verändern und Berge versetzen. Lasst uns das Gebet raustragen in die Welt. Wir brauchen es, unsere Gesellschaft braucht es, jeder braucht es.

Glück

Sonntag, Juli 4th, 2010

Menschliches Glück. Es kommt, es geht. Es fühlt sich gut an, wenn es da ist. Es hinterlässt Wunden, wenn es geht. Es ist abhängig. Abhängig von Menschen, von Dingen, von Ereignissen, von Umständen. Es kann kommen durch Kleinigkeiten oder die großen Geschehnisse in unserem Leben. Wir sind abhängig davon. Manchmal sogar süchtig danach. Es zu erleben um jeden Preis. Es auszukosten bis ins Letzte. Nur einen Moment. Jeden Moment. Und wenn es geht, kommt der Entzug. Die Einsicht, dass es vergänglich ist. Keinen Halt und keine Sicherheit gibt. Es nur vortäuscht, dass wir es festhalten können.

Ich bin so dankbar, dass es ein Glück gibt, das bleibt.

Wann wird passiv zu aktiv?

Sonntag, Juni 27th, 2010

Der Bundesgerichtshof hat gestern ein Urteil gesprochen, das als Meilenstein im Bereich der Sterbehilfe angesehen wird. (Hier zum nachlesen: www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,702945,00.html) Was ist geschehen? Eine Frau lag über Jahre im Wachkoma und hat (angeblich) zu Lebzeiten gesagt, sie wolle keine lebensverlängenderen Maßnehmen. Diesem Wille muss seit dem Gesetz über die Patientenverfügungen in der Behandlung Folge geleistet werden. Dies sah auch das zuständige Betreuungsgericht so. Nur die Heimleitung stellte sich quer, was juristisch so mein ich, nicht möglich ist. Daraufhin riet der Anwalt der Tochter der Erkrankten, den Ernährungsschlauch durchzuschneiden. Gesagt getan. Mord? Laut BGH nein. Totschlag? Laut BGH wieder nein. Aktive Sterbehilfe? Und jetzt wirds kniffelig. Bisher war es so, dass jedes Unterlassen einer lebensverlängernden Maßnahme passive Sterbehilfe ist und damit erlaubt. Ein aktives Eingreifen jedoch galt als aktive Sterbehilfe und war damit verboten. Aber auch hier entschied das BGH auf nichtschuldig. Sie fassten damit damit eine aktive Tat unter den Tatbestand der passiven Sterbehilfe. Das finde ich in dem konkreten Fall einleuchtend. Wo ist der Unterschied zwischen “Nicht-Zwangesernähren” und “Zwangsernährung-Einstellen”? Nur bei der Urteilsbegründung wird es schwierig. Laut BGH geht der geäußerte Patientenwillen über alles. Und es dürfen nun aktiv Behandlungen beendet werden, die sich gegen den Willen des Patienten richten. Aber wo fängt das an? Ein Medizinrecthtler wies sofort darauf hin, dass dies auch bedeute, wenn ein Zeugen Jehova keine Bluttransfusion will, was ja irgendwie auch eine lebensverlängernde Maßnahme ist, dann muss dem eigentlich ab jetzt Folge geleistet werden. Ist ja schließlich der Wille des Patienten. Desweiteren sind jetzt aktive Eingriffe Teil passiver Sterbehilfe. Klar ist auch, dass bis auf weiteres das Verabreichen einer Giftspritze illegal ist. Doch wie lange noch? Wann ist denn jetzt ein Eingreifen so wenig aktiv, dass es noch passiv ist? Und wann ist es so weit aktiv, dass es wirklich aktiv ist? Die Gefahr, dass das Urteil die passive Sterbehilfe zu durchlässig macht und nach und nach die aktive dadurch Praxis wird, besteht. Wir dürfen gespannt sein. Und müssen da ein Auge draufbehalten, als Christen!

Ich habe in einem Kommentar gelesen, dass das Urteil zeigt, wie schwer es ist, Sterben und die Vollzüge am Lebensende mit Gesetzen zu regeln. Dem schließe ich mich in jedem Fall an!